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DER AUSSIE Es gibt mittlerweile viele, viele Rassebeschreibungen und ich werde hier nicht die 7-millionste zum Besten geben. Was ich aber machen möhte, ist den Aussie vom Bild des leicht erziehbaren Bordercollie-Verschnittes wegzuholen. So viele Leute übersehen den Umstand, dass der Aussie einen ganz ausgeprägten Wach- und Schutzinstinkt hat, der sich verselbstständigt, wenn man ihm nicht Einhalt gebietet bzw. in entsprechende Bahnen lenkt. Immer wieder hört und liest man von Aussies, die einen neuen Platz suchen und dafür gleich eine Hand voll toller Eigenschaften mitbringen; Schnappen nach Kindern/Fremden/Mänern/andren Tieren, ständiges Bellen, Unsicherheit bzw. Aggression gegenüber Artgenossen, fehlendes Vertrauen zum Menschen. Ich kann selbstverständlich nur von meinen Erfahrungen berichten, die sich vornehmlich auf Aussies aus Mischlinien (also keine reine Arbeitslinie, aber voller Arbeitseifer) beschränken. Nachdem diese aber vermutlich den größten Anteil des Aussie-Bestandes in Mitteleuropa ausmachen, denke ich, dass es durchaus repräsentativ ist. Selbstverständlich lehrt mich meine Hündin jeden Tag, dass vieles, was ich mir denke oder vorstelle, ganz anders ist und dieser Lernprozess wird sicherlich nie beendet sein. Hundeerziehung ist ja wie wir alle wissen immer eine Glaubensfrage. Beim Aussie wird man sich zwischen strenger Konsequenz und liebevoller Nachsichtigkeit einpendeln müssen. Schläge und physische Grobheiten werden meiner Ansicht nach wenig nützen, denn der Aussie ist zäh und mäßig schmerzempfindlich. Er wird den köperlichen Druck hinnehmen und von mal zu mal besser kompensieren könen. Der Hundehalter müsste seine Grobheiten also stetig steigern, der Hund würde sich stets damit abfinden und mehr aushalten. Und ich persönlich bin mir sicher, dass irgendwann der Tag kommt, wo der Hund seinem Herren zeigt, was er gelernt hat. Ob man das wirklich von einem Hund möchte, der zum Treiben von Rindern verwendet wird, will ich mir garnicht vorstellen. Eine Anti-autoritäre Erziehung kann jedoch ebensowenig zielfürend sein, denn der Aussie wird sich seinen Menschen bald so erziehen, wie er ihm angenehm ist. Das rückgängig zu machen, dürfte ebenfalls eine Lebensaufgabe sein. Viele dieser Hunde sitzen in Deutschland bereits im Tierheim. Ein Aussie muss also beschätigt werden. Die meisten Rassevertreter lassen sich in nahezu jeder Sportart arbeiten und sie sind mit viel Enthusiasmus bei der Sache (eh klar, wenn man sich dafür eine Belohnung verdienen kann). Selbst der vermeindlich dünmste Showhund kann immernoch ein wahrer Agility-Crack sein. Aber man muss das Talent seines Hundes eben auch fördern. Es ist in meinen Augen eine wahre Verschwendung, sich einen Aussie ins Haus zu holen und mit diesem dann nur etwas Grundgehorsam einzustudieren und sonst nix zu tun. Schade um dieses Arbeitspotential. Es muss ja nicht Hüten, oder Agility sein. Der Hundesport ist heute so leicht zugänglich und vielerorts so gut erklärt, dass jeder Laie schnell Anschluss findet (habe ja schließlich sogar ich geschafft ;) ). Ich will abschließend noch betonen, dass sich der Aussie natürlich an jede in irgendeiner Weise akzeptable Situation gewöhnen wird. Niemand muss 3 Std./Tag Agility mit seinem Hund machen. Aber warum muss man immer so wenig Aufwand wie mölich betreiben? Warum wird der Aussie gerade noch genug beschäftigt (etwas Sitz und Platz, ab und zu Wanderungen, nur, damit das Zusammenleben gerade noch erträlich ist? Bereits 1 Stunde Hundeschule würde den meisten Aussies so viel bringen und auch die Beziehung zu ihren Menschen unheimlich fördern. In diesem Sinne: Work your dog! :) |
| Disclaimer |   | letzte Änderung: 01/2010 |